1971 bis heute

Aus der selbständigen Gemeinde wurde ein Stadtteil der kreisfreien Universitätsstadt Gießen.

Der SPD-Ortsvereinsvorsitzende Helmut Bellof wurde Ortsvorsteher, zunächst kommissarisch. Nach dem Grenzänderungsvertrag bestand der kommissarische Ortsbeirat aus den bisherigen Mitgliedern der Gemeindevertretung und des Gemeindevorstands. 1972 wurde schließlich erstmals ein Ortsbeirat gewählt, der wiederum den bisher kommissarischen Ortsvorsteher Helmut Bellof fortan als offiziellen Ortsvorsteher bestätigte. Erhard Hoffmann, der seit 1964 für die SPD zunächst als Beigeordneter, dann als Gemeindevertreter in Allendorf/Lahn tätig war, wurde stellvertretender Ortsvorsteher.

Nach den Kommunalwahlen 1972 stellte die Allendorfer SPD erstmals auch Stadtverordnete in Gießen, nämlich Helmut Bellof, Wilhelm Heußner und ab 1975 Erhard Hoffmann.

Als 1977 die Stadt Lahn gegründet wurde, waren Helmut Bellof und Wilhelm Heußner zunächst staatsbeauftragte Stadtverordnete. Nach der Kommunalwahl 1977 wurde Helmut Bellof zum Stadtrat in den Magistrat der Stadt Lahn gewählt.

Während der Ära Lahn gab es für Allendorf/Lahn keinen Ortsbeirat mehr, sondern es wurde gemeinsam mit den Stadtteilen Dutenhofen, Münchholzhausen und Lützellinden einen Bezirksbeirat „Lahn-Dutenhofen" gebildet. Wilhelm Heußner war dort Fraktionsvorsitzender der SPD.

Da das künstliche Stadtgebilde „Lahn" zur damaligen Zeit nicht so sehr bei der Bevölkerung ankam - sie war ihrer Zeit schlichtweg voraus - erhielt die SPD bei fast allen folgenden Wahlen in dieser Zeit einen „Denkzettel", der sich in Allendorf/Lahn allerdings noch in Grenzen hielt.

Die CDU wuchs zwar in der „Ära Lahn" (1977 bis 1979) in Allendorf/Lahn auf über 40% an, die SPD blieb aber immer noch stärkste Kraft. 

Nach Auflösung der Stadt Lahn im August 1979 wurde Allendorf/Lahn wieder ein Stadtteil der jetzt kreisangehörigen Stadt Gießen. Erhard Hoffmann von der SPD wurde Ortsvorsteher und blieb dieses bis 1997.

Manfred Hahn war in dieser Zeit neben Erhard Hoffmann SPD-Vertreter aus Allendorf/Lahn in der Stadtverordnetenversammlung von Gießen, Helmut Bellof war Kreistagsabgeordneter.

Bei einem Seniorentreffen der SPD und der ehemaligen SAJ im Jahr 1981 in der Mehrzweckhalle besuchte der damalige Bundesparteivorsitzende Willy Brandt den Gießener Stadtteil Allendorf/Lahn.

 

Besuch von Willy Brandt in der Mehrzweckhalle von Gießen-Allendorf/Lahn: links das Plakat, rechts sind Otto Bepler, Karl Starzacher und Otto Volk II, zu erkennen.

1981 übergab Helmut Bellof aus gesundheitlichen Gründen den  Ortsvereinsvorsitz an Dr. Siemer Oppermann. Dieser wurde neben Erhard Hoffmann und Hans Wagner Stadtverordneter.

Manfred Hahn vertrat die Allendorfer Sozialdemokraten von 1981 an bis 1993 im Gießener Kreistag.

Der Ortsverein veranstaltete seit 1984 sein alljährliches traditionelles Backhausfest mit Pizzaverkauf. Diese Tradition wurde erst im Jahr 1993 eingestellt, um keine Konkurrenzveranstaltung mehr für das ebenfalls traditionelle Backhausfest der Chorgemeinschaft zu sein.

Die SPD hatte auch in Allendorf/Lahn den „Lahn-Wahlschock" allmählich verkraftet und kam bei der Kommunalwahl im März 1985 auf 58,5 % im Ortsbeirat, 1989 sogar auf 62,1 %.

Manfred Hahn löste 1985 Dr. Siemer Oppermann als Ortsvereinsvorsitzenden ab.

Gemeinsam mit der örtlichen Vogel- und Naturschutzgruppe fanden von 1988 bis 2004 Baumpflanzaktionen statt, um die Streuobstwiesen in Allendorf/Lahn zu erhalten und zu erweitern.

Von Juni 1989 bis Juni 1992 erschienen in Allendorf zehn Ausgaben der "Allendorfer Nachrichten"(ein Informationsblatt des SPD-Ortsvereins).

Am  3. Oktober 1990 wurde Deutschland wieder vereinigt, d.h. die neuen Bundesländer (der bisherigen DDR) traten der „alten“  Bundesrepublik Deutschland bei.

Manfred Hahn legte 1992 aus beruflichen Gründen den Vorsitz im SPD-Ortsverein nieder. Die Mitgliederversammlung wählte am 13. März 1992 Thomas Euler zu seinem Nachfolger.

Thomas Euler und Wolfgang Sahmland vertraten fortan nun die Allendorfer SPD in der Gießener Stadtverordnetenversammlung, später wurden Ellen Volk (kurzzeitig), Beate Karl und Alfons Buchholz Stadtverordnete in Gießen. Wolfgang Sahmland wurde nach Elisabeth Schneider, die einige Jahre in Allendorf/Lahn wohnte, Stadtrat im Gießener Magistrat und ist dies auch heute noch. Im Kreistag wurde die Allendorfer SPD von Reinhard Buß und Rita Zimmermann und von Ellen Volk vertreten.

Am 25. März 1994 gab sich der Ortsverein eine eigene Satzung.

Am 10. Juli 1994 feierte die Allendorfer Sozialdemokratie ihr 75-jähriges Bestehen mit zahlreichen Prominenten in der Mehrzweckhalle. Ministerpräsident a.D. Albert Osswald hielt die Festrede.

In der Legislaturperiode 1993 bis 1997 ging im Ortsbeirat zwar die absolute Mehrheit der SPD verloren, weil erstmals die GRÜNEN angetreten sind. Dennoch konnte danach wieder für 2 Legislaturperioden die absolute Mehrheit im Ortsbeirat zurück gewonnen werden. 1997 wurde der SPD-Ortsvereinsvorsitzende Thomas Euler neuer Ortsvorsteher und übt dieses Amt auch heute noch aus. Auch wenn 2001 mit der FWG eine weitere politische Kraft in den Ortsbeirat einzog, ist die SPD-Fraktion nach wie vor die stärkste politische Kraft in Allendorf/Lahn.

Viele Jahre über organisierte der SPD-Ortsverein Allendorf/Lahn Informations- und Diskussionsveranstaltungen zu jeweils aktuellen Themen - teilweise gleich mehrere pro Jahr - und war 1999 Pate für die Gründung der Bürgerinitiative gegen die „Variante E“.

Seit 2007 wird durch die örtliche SPD jährlich das „Bouleturnier im Allendorfer Centralpark“ organisiert und hat sich zu einer traditionellen Veranstaltung mit sehr viel Zuspruch entwickelt. Ein durch den SPD-Ortsverein gestifteter Wanderpokal wird dabei dem Siegerteam überreicht.

Teilnehmer/innen des SPD-Bouleturniers im Juli 2015

Um 2010 reichte der SPD-Ortverein Gießen-Allendorf/Lahn mehrere Petitionen beim Deutschen Bundestag zu Arbeitnehmerrechten ein.

Überreichung einer Petition an MdB Rüdiger Veit im Jahr 2009

Unter wesentlicher Beteiligung der Allendorfer SPD fand für den Landtagswahlkampf im Januar 2008 eine große Veranstaltung mit dem Bundesparteivorsitzenden Kurt Beck (sowie der damaligen und des heutigen Landesvorsitzenden Andrea Ypsilanti und Thorsten Schäfer-Gümbel) in der Mehrzweckhalle in Gießen-Allendorf/Lahn statt.

SPD-Bundesparteivorsitzender Kurt Beck am 19. Januar 2008 in Allendorf/Lahn

Die Allendorfer SPD ist nach wie vor der politische Aktivposten vor Ort und tritt als einzige politische Kraft Allendorfs auch außerhalb von Wahlkämpfen in Erscheinung. Es finden regelmäßig Vorstandssitzungen, Fraktionssitzungen und Mitgliederversammlungen statt.  Die Mitgliederschaft ist aktiv.

Der Slogan „Unsere Zukunft. Unser Allendorf/Lahn“ der Allendorfer SPD beim Kommunalwahlkampf 2006 wurde mit Leben erfüllt und die Tatsache, dass Allendorf/Lahn 2008 im Regionalentscheid des Landeswettbewerbes „Unser Dorf hat Zukunft“ den 1. Platz belegt hat, hängt auch mit der aktiven Sozialdemokratie im Ort, deren Mitglieder aktiv in den örtlichen Vereinen mitwirken, zusammen.

Im Jahr 2009 wurde das 90-jährige Bestehen des SPD-Ortsvereins Gießen-Allendorf/Lahn mit zahlreichen prominenten Gästen groß im Hof von Sabine und Hans-Georg Volk gefeiert.

Jubiläumsfeier zum 90jährigen Bestehen am 16. Mai 2009 in Allendorf/Lahn

Ortsvereinsvorsitzender Thomas Euler übergab 2012 nach zwanzig Jahren den Vorsitz an Kai Zimmermann, löste ihn aber 2013 nach dessen Rücktritt wieder ab.

Im Jahr 2013 beteiligte sich auch der Allendorfer SPD-Ortsverein an der Mitgliederbefragung zum Koalitionsvertrag der „großen Koalition“ auf Bundesebene.

Mitgliederbefragung zum Koalitionsvertrags-Entwurf der „großen Koalition“ auf Bundesebene -  2013

Bei den Kommunalwahlen 2016 eroberte die SPD im Allendorfer Ortsbeirat wieder die absolute Mehrheit zurück.

Seit 2017 findet regelmäßig die Veranstaltungsreihe "SPD im Dialog" statt bei der vor Ort meist mit prominenter Beteiligung Themen der "großen Politik" diskutiert werden.

Seit Sommer 2016 hat der Ortsverein eine eigene Homepage www.spd-allendorf-lahn.de. 

Seit der Jahreshauptversammlung 2018 wurde durch Satzungsänderung die "Doppelspitze" eingeführt, nachdem der Bundesparteivorstand eine Probephase eingerichtet hat.
Manuela Padalsky und Tevin Pettis lösten Thomas Euler nach 26 Jahren an der Ortsvereinsspitze ab.

Der Wahlkampf wurde stets professioneller: Wahlkampfflyer der Allendorfer SPD von 1997 bis 2016